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Pilgrim

Es gibt Oldtimer, da scheiden sich die Geister – so wie bei diesem englischen Roadster aus dem Jahre 1967.

 

Durch seine Bauweise mit Kunststoffkarosserie auf Gitterrohrrahmen und Ford Technik ist er für viele nur ein Kitcar. Für uns verbarg sich hier einfach nur ein über 30 Jahre altes Auto mit der für Oldtimer seltenen Möglichkeit, einmal so richtig kreativ zu sein.


Das Fahrzeug wurde in unserer Werkstatt komplett umgebaut und mit stilechten Fragmenten versehen.

 

Auf einigen Ausstellungen war dieses Auto dann der absolute Knaller, denn Kitcar oder Oldtimer.


Dieses Auto war und ist absolut einmalig.

Der Pilgrim war in fahrbereitem, aber verbasteltem Zustand. Verdeck und Lackierung verbraucht, Rahmen und Technik ungepflegt. Die seitlichen Steckscheiben waren schlecht konstruiert.

Die Heckklappe blieb nicht allein offen, Stoßfänger, Felgen und die moderne Miniantenne entsprachen nicht der Stilepoche.

Der Frontgrill war Flickwerk, ebenso wie Armaturenbrett und Innenausstattung. Das Fahrwerk bedurfte dringend einer Tieferlegung.

Zu der Neuanfertigung der Steckfensterrahmen kam dann ein Wechsel des Türanschlags.

 

Bei welchem Fahrzeug kann man heute einfach mal "Selbstmördertüren" einbauen. Die Verlockung war zu groß.

Und weil wir unbedingt die Gepäckbrücke von einem alten MG montieren wollten, schlugen wir die Heckklappe auch gleich anders herum an.

Da wir die Steckfensterrahmen im Kofferraum, statt auf dem Rücksitz unterbringen wollten, brauchte das neue, größere 15" Reserverad dringend einen anderen Arbeitsplatz.

Das Armaturenbrett sollte etwas ganz Besonderes werden. Während die Außenmasse natürlich vorgegeben waren, konnten wir die Anordnung der Instrumente, Schloss, Choke, Leuchten und Schalter frei planen.

Unser Tischler furnierte ein vorher leicht gebogenes Erlenbrett und die Schmuckleiste aus Buche mit Vogelaugenahorn. Das ursprünglich angedachte Kniepolster wurde wieder verworfen.

Das Armaturenbrett und das Lenkrad wurden mit Honiglasur auf einen gemeinsamen Farbton abgedunkelt und mit Bernsteinklarlack ablackiert.

 

Die Einfassungen und die Lenkradverkleidungen wurden mit dem Leder der Innenausstattung vorgenommen.

Da Unterboden und Rahmen völlig in Ordnung waren und die Karosserie durch die Verklebung bei der Erstmontage nur mit Gewalt und viel Bruch hätte abgenommen werden können, wurden Chassis und alle Metallteile mit der Drahtbürste gereinigt und den Untergründen entsprechend grundiert.

Der so vorbereitete Unterboden, Rahmen und Achsen wurden anschließend auf der Hebebühne hochglänzend schwarz lackiert.

 

Das Ergebnis weicht kaum von dem einer "Frame off" Restauration mit demontierter Karosserie ab.